Imm Trendbook 2009: Zeitgeist und Gegensätze (1)


Es war wieder soweit. In der jetzt 4. Runde hat die Imm Cologne ein internationales Trendboard aus den Bereichen Architektur und Design eingeladen, gemeinsam über die Zukunft von Interior Trends zu diskutieren. Vorgenommen hatte sich das Gremium, in dem unter anderem Designer Arik Levy, Markus Fairs (Herausgeber von Dezeen) und Stephen Burks (Readymade Projects) saßen, weniger über Rezepturen in der Umsetzung als vielmehr über Zeitgeist zu diskutieren. Also über die treibenden Faktoren, die am Ende auch den Geschmack im Interior oder der Mode beeinflussen.   Abgesehen davon, dass die Trendthemen mit den verheißungsvollen Bezeichnungen „Extra Much“, „Near and Far“, „Tepee Culture“ und „Re-Run Time“ beeindruckend bebildert sind, war ich ein wenig enttäuscht, nicht doch ein wenig mehr über die Diskussion zu erfahren. Aber die Bilder und die eigenen Interpretationen zu den Themen haben das nun wieder aufgewogen. Sozusagen als ersten Teil einer kleinen Zeitgeist-Reihe habe ich mir das Thema „Near and Far“ herausgesucht.   Near and Far beschreibt den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, mit wichtigen Ressourcen und letztlich die gesamte gesellschaftliche und individuelle Verantwortung. Gleichzeitig leben wir aber auch in der Zeit der unbegrenzten technischen Möglichkeiten und Effizienz im Handeln, in der Produktion von Produkten ist gleichermaßen wichtig. Near and Far ist das Spannungsfeld, in dem wir uns global bewegen. Recycling ist ein Bestandteil hiervon, aber gerade erst mal ein Anfang. Wir wollen es umweltbewusst und es soll natürlich aussehen. Der Trend wird also im wesentlichen von natürlichen Materialien und Farben bestimmt. Selbst wenn die Materialien täuschend echt aus neuen Kunststoffen sind.   Die Moodbilder zeigen Designprodukte wie Tropicalia von Moroso (Design von Patricia Urquiola) mit Flechtwerk aus Kunststoffen oder Slow Chair von den Designern Bouroullec im grünen Treibhaus. © Copyright Bilder Kölnmesse GmbH