Eames Aluminium Lounge Chair von Vitra
Der Aluminium Chair - einer der bekanntesten und erfolgreichsten
Möbelentwürfe der Designgeschichte - wird fünfzig Jahre alt. Seit seiner
Markteinführung 1958 hat dieses Meisterwerk des amerikanischen
Designerpaares Charles und Ray Eames eine bemerkenswerte Karriere absolviert.
Schritt für Schritt eroberte sich die in vielen Varianten angebotene Aluminium
Group einen Stammplatz in gehoben ausgestatteten Büros, Konferenzräumen
und Lobbies, aber auch in Ateliers und Studios auf der ganzen Welt, wo sie nicht
zuletzt als Zeichen für Modernität und Qualitätsbewusstsein geschätzt wird. Das
erstaunlichste Phänomen an dieser ungebrochenen Erfolgsgeschichte aber ist die
Tatsache, dass der Aluminium Chair im Gegensatz zu so vielen anderen Möbel-
Klassikern auch nach Jahrzehnten nichts von seiner ursprünglichen Frische und
Gültigkeit eingebüßt hat - er ist ein zeitgenössisches Möbel aus einer anderen
Zeit.
Durch die Popularität des Aluminium Chairs in Büros und Konferenzräumen ist
ein wenig in Vergessenheit geraten, dass die Anfänge dieses Möbel eigentlich im
privaten Wohnbereich liegen.
Der Anstoß zur Entwicklung des Aluminium Chair ergab sich aus einem eher
beiläufigen Gespräch. Der Designer Alexander Girard, ein enger Freund und
Kollege der Eames, hatte Mitte der 1950er Jahre den Auftrag erhalten, das
Interieur des von Eero Saarinen entworfenen, inmitten eines parkähnlichen
Grundstücks gelegenen J. Irving Miller Hauses in Columbus, Indiana zu
gestalten. Bei dieser Gelegenheit – so Girard zu Eames – sei ihm aufgefallen,
dass es auf dem Markt praktisch keine qualitätsvollen Möbel für den
Außenbereich gebe. Mit dem Ziel, diesen Mangel zu beheben, begann darauf
hin im Eames-Office ein mehrjähriger intensiver Entwurfs- und
Entwicklungsprozess, an dessen Ende die anfänglich als „Indoor-Outdoor-
Group“ vermarktete Aluminium Group stand. Der Wunsch, die Möbel auch auf
der Terrasse einsetzen zu können, war dabei für die Wahl des Materials
Aluminium von entscheidender Bedeutung. Neben anderen vorteilhaften
Eigenschaften empfahl es sich dafür vor allem durch seine
Korrosionsbeständigkeit. Für die Bespannung der Aluminium-Konstruktion
arbeiteten die Eames zunächst mit einem vermeintlich witterungsresistenten
Kunststoff-Vlies. Erst als sich die Erwartungen an dieses Material nicht erfüllten,
entwickelte man die mehrlagige Bespannung, die noch heute verwendet wird.
Der Aluminium Chair wandelte sich damit zu einem Möbel für den Innenbereich,
im Wohnzimmer wurde dabei vor allem der niedrige Loungesessel der
Aluminium Group eingesetzt. Mit seiner ergonomisch geformten Kontur, der
hohen Rückenlehne und der Neigemechanik bietet der technisch-filigrane
anmutende Sessel hohen Sitzkomfort zum Lesen, Fernsehen oder für das
Gespräch.
Neben der Version EA 124 mit den bekannten ringförmigen Armlehnen gab es
den niedrigen Loungesessel der Aluminium Group dabei zu Beginn auch ohne
Armlehnen. In dieser Version, die unter der Bezeichnung EA 121 in den Sechziger
Jahren auch von Vitra hergestellt wurde, kommen die optische Leichtigkeit und
die elegante seitliche Kontur des Sessels noch verstärkt zur Geltung. Lehnt man
sich entspannt zurück und legt die Füsse auf den Ottoman wird der Aluminium
Lounge Chair EA 121 zum perfekten Ort für ein kurzes entspanntes Nickerchen.
Der wohnliche Charakter der Aluminium Group wird durch neues Sortiment an
Stoffen, Ledern und Farben verstärkt, das für die Neuauflage des EA 121
erstmals zum Einsatz kommt. Das neue exklusive Vitra-Leder verbindet die
Robustheit eines Semianilinleders mit der Hochwertigkeit und dem weichen Griff
eines Anilinleders. In der Stoffversion wird der EA 121 exklusiv mit Hopsak in
einer neuen Duoton-Version angeboten, die Vitra in Kooperation mit Hella
Jongerius entwickelte. Während der Rahmen in poliertem Aluminium die hohe
Qualität dieses Materials zelebriert werden Gleiter, Standrohr und
Neigemechanik in Weiss ausgeführt und unterstreichen die Leichtigkeit des
Entwurfs.
















