Die Suche nach den Trends - IMM Cologne 2010 Teil 1
In den nächsten Tagen wird die geneigte Presse, das Fachpublikum und alle in irgendeiner Form an der Möbelmesse interessierte Menschen wieder nach Köln fahren und nach den neuen Trends suchen. Und wie jedes Jahr hört und liest man dann aus den unterschiedlichsten Richtungen eine sachkundige Meinung darüber, welche Trends man entweder gesehen haben will oder sie als solche total vermisst hat. Die Designfachpresse beklagt nur allzu gerne das Fehlen jeglicher Trends. Das hat Tradition. Immer mit dem Fingerzeig auf Mailand oder Paris und einem anzüglichen „Das können die aber besser“ hinterher.
Wie wollen wir denn wohnen?
Lesenswert war das Statement des Kölner Stadtanzeigers, der sich im Vorfeld der diesjährigen Möbelmesse bemühte, das Normale zum Trend zu erklären. „Wie wir wirklich wohnen“ wollen wir sehen und eben nicht, wie wir nicht wohnen. Die Zeiten der Hochglanzmagazine scheinen vorbei. En vogue ist es, sich selbst in seiner Wohnung zu fotografieren und damit online zu gehen. In den Online-Communities „Zimmerschau“ und „So leb ich“ kann man sich dann bewerten und kommentieren lassen. Das geht aber auch in Facebook oder bei Twitter. Und beim Stylespion lesen wir nur allzu gerne die Reihe „15 + 1 Fragen“.
Mitunter beschleicht mich aber das Gefühl, dass wir überhaupt keine Zeit mehr haben, ein Magazin zu lesen, völlig egal ob es nun hochgradig glänzt oder nicht. Wir sind alle viel zu beschäftigt. Mit Bilderupload, bloggen, twittern und kommentieren.
Wo sind die Trends geblieben?
Also kann ich jetzt auf der Möbelmesse nur das sehen, was ich eigentlich schon kenne, wenn der Trend schlechthin nur noch das Normale ist? Und überhaupt: eigentlich gibt es auch gar keine großen Trends mehr, war in den letzten Jahren häufig zu hören. Das tröstet. Dann muss ich auch nicht hektisch suchen, was es gar nicht gibt.
Philipp Starck sieht sogar das Design ganz verschwinden. Und er muss es wissen. Dann hätten wir keine Trends und auch kein Design mehr. Weder in Köln noch anderswo. Theoretisch und tendenziell.
Gestern war ich dann auf der Designersfair sehr lange bei den „Anonymen Gestaltern“. Die Selbsthilfegruppe für Designer trifft sich anonym einmal die Woche. Sie sprechen über nicht vorhandene Trends und dahin schwindendes Design. Und sie suchen verzweifelt nach neuen Inspirationen. Mal sehen, vielleicht gehe ich heute wieder hin:-)
Links zum Beitrag:
Kölner Stadtanzeiger, Online Beitrag (gekürzt): www.ksta.de/html/artikel/1262873726521.shtml
















